slider

veranstaltungsreihe

Menschenbilder in DDR Filmen

Dienstag, 26. Februar 2019, 20:15 UHR

Ecke Schönhauser (1957)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“- Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Berlin. Ein paar „Halbstarke“ treffen sie 1956 täglich unter den U-Bahn-Bögen der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Hier, Ecke Schönhauser, vertreiben sie sich ihre Langeweile und vergessen für einige Zeit die Probleme, die sie zu Hause erwarten. Der Film, ohne Genehmigung der DDR-Behörden gedreht und am 30. August 1957 im Ostberliner Kino Babylon uraufgeführt, zeichnet das Porträt einer haltlosen, verunsicherten Generation. Auch in der DDR gab es ein „Jugendproblem“, hervorgerufen durch Perspektivlosigkeit, gesellschaftliche Konventionen und mangelnde Fürsorge im Elternhaus. Mit mehr als 1,5 Millionen Zuschauern in nur sechs Wochen traf der Film offenbar den Nerv des jungen ostdeutschen Publikums und ist bis heute ein Filmklassiker der DEFA.

 

Regie: Gerhard Klein;

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase

Das Berliner Babylon, Premierentheater des Films.
Foto: Andreas Praefcke (commons.wikimedia.org CC BY 3.0)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 12. März 2019, 20:15 UHR

Jakob der Lügner (1974)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“- Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Der Film, der sich stark an der Romanvorlage Jacob der Lügner von Jurek Becker orientiert und in einem jüdischen Getto in Polen spielt, ist beispielhaft für das Hin und Her politischer Einflussnahme auf DEFA-Produktionen. Ursprünglich sollte dieser Film bereits 1966 realisiert werden. Dies scheiterte aber an der fehlenden Erlaubnis für die Dreharbeiten in Krakau und an der Strafversetzung des Regisseurs Frank Beyer an das Dresdner Theater, nachdem sein umstrittener Film Spur der Steine 1966 in die Kinos gekommen war. Erst nachdem Jurek Becker sein Drehbuch zu einem (erfolgreichen) Roman verarbeitet hatte, ging der Film 1974 in die Produktion. Es war der einzige DDR-Film, der jemals für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert wurde.

 

Regie: Frank Beyer;

Drehbuch: Jurek Becker, Frank Beyer

Kinopremiere am 17.4.1975 im Berliner Filmtheater "Kosmos" mit dem Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED Werner Lamberz (2.v.r.) und dem Regisseur Frank Beyer (Mitte) sowie den Darstellern Vlastimil Brodsky und Jana Brejchova. Foto: Joachim Spremberg/ADN-ZB (Bundesarchiv Bild 183-P0417-0017)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45

Dienstag, 19. März 2019, 20:15 UHR

Solo Sunny (1980)

Filmseminar mit Einführung im Rahmen unserer Verstantaltungsreihe:

Zwischen „Volksmassen“ und „Persönlichkeit“ - Menschenbilder im sozialistischen Film der DDR 1954-1980



Die frühere Arbeiterin Ingrid, „Sunny“, hat es – so scheint es – geschafft. Sie tourt als Schlagersängerin mit einer Band über die Dörfer und tritt in Klubhäusern und auf Festen auf. Allerdings kommt die Künstlerin mit ihrem Privatleben nicht klar. Der Film über eine Außenseiterin in der DDR basiert auf der Lebensgeschichte von Sanije Torka, die im Film nicht erwähnt wird. Gedreht wurde bevorzugt in Abrisshäusern in Prenzlauer Berg, einer Gegend, die dem Drehteam besonders geeignet erschien, Raum und Atmosphäre der eigenwilligen Sängerin in Szene zu setzen. Letztendlich wird gefragt: wie können Glücksansprüche im DDR-Alltag verwirklicht werden? Wie kann ein Ausbruch des Einzelnen aus der „geschlossenen Gesellschaft“ der DDR gelingen? „Solo Sunny“ war der letzte Spielfilm des vielleicht bedeutendsten Regisseurs der DDR, Konrad Wolf. Sowohl im In- als auch im Ausland wurde er ausgezeichnet. Bei der Berlinale 1980 erhielt er den Filmkritikerpreis und Renate Krößner einen Silbernen Bären als beste Darstellerin. In der DDR erhielt der Film einen Kritikerpreis.

 

Regie: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase;

Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Dieter Wolf

Konrad Wolf 1970.
Foto: Klaus Franke (Bundesarchiv Bild 183-J0325-0024-001)
Eintritt: freiSpende erbeten

 

Veranstaltungsort:

Filmraum

Müggenkampstraße 45